Fasten Tagebuch 2 – Share-Pflaumen

Oder: Die Vorteilpackung der Vernichtung – das Fastentagebuch Teil 2


Ich liege gerade entspannt in einer Schwebeliege am herrlichen Naturschwimmteich in TamanGa, schwebe gedankenverloren so vor mich hin und muss grinsen. Neben mir liegt eine unschuldige, einzeln verpackte Share-Pflaume, die mich an ein Ereignis vor einigen Jahren bei meinem ersten Fasten erinnert. Also hier ein kleiner Rückblick:

Ein gemütliches Beisammensein und ein gut gemeinter Hinweis. 
Was gesagt wurde, war: „Legt die Shea-Pflaume über Nacht in eine Karaffe mit Wasser und trinkt dann am Morgen das Wasser. Für eine sanfte Entleerung.“

Was bei mir in erster Linie ankam, war:
„Nahrungsmittel erlaubt!“, „Pflaume“ und „schmeckt“.

Mein Gehirn, nach Tagen des Fastens, schaltete sofort auf primitive Jagdinstinkte. Ein Freifahrtschein zum Pflaumen essen? Egal wie sie schmecken könnten – ich wollte sie haben. Ich stürmte in den TamanGa-Shop.
Und sah ihn: den Vorteilspack. Sieben herrliche Pflaumen.
Jede einzeln verpackt. (Warum nur einzeln? Ich hätte es ahnen müssen.)

Meine konstruktive Wahrnehmung rief fröhlich: „ESSEN! Mit Erlaubnis! Fastenkonform! (ja – das glaubt auch nur ein verwirrtes Hirn)“

Und ich gehorchte. Mit meiner Beute setzte ich mich auf die Terrasse mit Ausblick ins Grüne. Holte mir ein Glas klares, kühles Wasser und begann, diese kleinen Teufel aus ihrem Gefängnis zu befreien.
Eine wunderbare Pflaume nach der anderen wanderten in meinen Mund. Ich kaute voller Hingabe und Verzückung. So saftig und fruchtig. Ein Geschmack nach Hoffnung, das Ganze hier doch noch zu überleben. Wie ein Ruf der Freiheit. Wie: „Ich habe etwas gefunden, das nährt“.

Bei Pflaume Nummer 7, die ich mir gerade genüsslich zwischen meine Kauwerkzeuge schob, drang eine aufgewühlte Stimme, raunend an mein Ohr: „Du hast die doch nicht etwa… gegessen?“

Ich, ahnungslos und glücklich kauend: „Doch. Alle sieben.“

Die Stimme schwieg. Entsetzt. Mitfühlend.
Mit einem Nachhall der Unumkehrbarkeit.

Ich stutzte nur kurz, dann las ich doch mal die Anleitung auf der Packung und ahnte Furchtbares. Was folgte, war keine sanfte Entleerung. Es war ein orchestraler Körperauszug. Mit Schüttelfrost, Demut und einer inneren Reinigung, die vermutlich auch all meine früheren Leben erreicht hat. (heißt das dann offiziell „Reinkarnationsübergreifende Ausschüttung“?)

Ich habe überlebt. Gerade so. Irgendwann ließen die Schweißausbrüche nach.
Ich konnte die Toilette verlassen. Reumütig und geruchssensibler.
Und mit einer neuen Definition von „sanft“.


Wenn du auch mal an diesen paradiesischen Ort reisen magst – hier findest Du alle Informationen dazu: TamanGa
(Ja, es gibt auch essen hier – nicht nur Fasten. Dazu noch ein extrem leckeres.)

Weitere Blog-Artikel findest du HIER

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen